Olivenöl in römischer Zeit

Olivenöl ist heute aus der mediterranen Küche nicht mehr wegzudenken. Klischeehaft ist es die Zutat schlechthin im Mittelmeerraum, vor allem in Italien und Griechenland. Dort wurde Olivenöl bereits in der Antike zum Kochen aber auch in vielen anderen Situationen des Alltages genutzt. In Italien allerdings wurde der Ölbaum und seine Früchte erst ab ca. 500 v. Chr. bekannt und spielte bei Etruskern und Römern zunächst auch keine große Rolle. In der römischen Küche dominierte bis ins späte vorchristliche 4. Jahrhundert vor allem Schweineschmalz als Bratfett und Geschmacksträger. Erst die Kontakte mit den Griechen in Süditalien brachten auch das Olivenöl in die römische Küche. Aber auch ohne die verbreitete Verwendung in der Küche wurden bereits Olivenbäume kultiviert. Zum einen wurden die Früchte verspeist, zum anderen wurde auch schon Olivenöl hergestellt. Obwohl es in der Küche keine oder nur geringe Bedeutung erfuhr, diente es als Brennstoff für Lampen und Leuchter, als Mittel zur Wundpflege und in der Kosmetik um die Haut geschmeidig zu halten.

Im Bereich der Medizin wurde Olivenöl zur Unterstützung der Wundheilung verwendet. In den Thermen fand es Verwendung als Massageöl und wurde zur Körperpflege auf die Haut aufgetragen. Fragment einer Bronze-Skulptur die beim Ausbruch des Vesuv im Jahr 79 n. Chr. in der antiken Stadt Pompeji verschüttet wurde. Bildquelle: Momentmal, Bernd, Volkmarsen/Deutschland, via pixabay.com (lizenzfrei für die kommerzielle Nutzung). Bildausschnitt – Die Originalfarben des Fotos wurden hervorgehoben und verstärkt.

Mit der Eroberung Südspaniens und Teilen Nordafrikas während den Punischen Kriegen änderte sich die Bedeutung des Olivenöls in der römischen Welt. In Spanien genauer gesagt in der Region, die man heutzutage als Andalusien kennt, wurden, bereits in vorrömischer Zeit, in großem Maße Oliven angebaut, welche man hauptsächlich zu Öl verarbeitete. Unter römischer Herrschaft wurden der Anbau und die Weiterverarbeitung von Oliven stark intensiviert. Es entwickelte sich eine fast schon industrielle Produktion von Olivenprodukten. Davon zeugen eine Vielzahl von teilweise noch funktionierender Olivenölpressen, die aus römischer Zeit erhalten geblieben sind. In großen Landgütern wurden weitläufige Plantagen von Olivenbäumen angelegt und kultiviert. Die Verarbeitung der Früchte fand noch vor Ort auf den Gutshöfen statt. Die Produkte wurden anschließend im gesamten römischen Reich oder auf den einheimischen Märkte gehandelt.

Alte Olivenöl-Mühle in Griechenland – Unter römischer Herrschaft entwickelte sich eine fast schon industrielle Produktion von Olivenprodukten. Davon zeugen eine Vielzahl von teilweise noch funktionierender Olivenölpressen. Bildquelle: dimitrisvetsikas1969, Cyprus/Greece, pixabay.com (lizenzfrei für die kommerzielle Nutzung). Hinweis: Teile des Fotos wurden retuschiert und die Originalfarben hervorgehoben und verstärkt.

Als Exportgut wurde vor allem das Öl der dominierende Faktor, da das spanische Öl einen sehr guten Ruf hatte und als besonders rein galt. Auch in den Provinzen wollte man nicht auf das gute spanische Öl verzichten, welches sich bis zur Mitte des 1. Jh. n. Chr. nahezu eine Monopolstellung in der römischen Welt erarbeitet hatte. Darüber hinaus hatte sich auch die Bedeutung des Öls im Alltag verändert. Olivenöl war mittlerweile als Bestandteil der „typischen“ römischen Küche genauso, wie die berühmt-berüchtigte garum genannte Fisch- bzw. Würzsoße, nicht mehr aus dieser weg zu denken. Was auch die häufige Erwähnung von Olivenöl in überlieferten Kochrezepten römischer Autoren beweist.

Tempelruine der Artemis in Ephesos – Auch in den Provinzen des römischen Reiches wollte man nicht auf das gute … weiterlesen. Bildquelle: Carole Raddato from Frankfurt/Deutschland, via flickr.com. Dieses Bild ist lizenzfrei für die kommerzielle Nutzung und unter den Bedingungen des CC BY-SA 2.0 lizenziert. Die Originalfarben des Fotos wurden hervorgehoben und verstärkt. Dieses Bild wird unter der gleichen oder kompatiblen Lizenz wie das Original verteilt und weitergegeben.

Neben der nun verbreiteten Verwendung in der römischen Küche fand Olivenöl nach wie vor auch in anderen Bereichen des Alltags seinen Einsatz. Im Bereich der Medizin wurde Olivenöl zur Unterstützung der Wundheilung angewendet. In den Thermen fand es Verwendung als Massageöl und wurde zur Körperpflege auf die Haut aufgetragen um mit einem bronzenen Striegel, Hautschuppen, Dreck und Staub vom Körper zu schaben.
Auch als Brennstoff war Olivenöl nach wie vor stark gefragt. Öllampen sind im Fundmaterial römischer Siedlungen in den Provinzen häufig vertreten und zeugen so unter anderem auch von dem großen Bedarf an Olivenöl im gesamten römischen Reich.

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